Montag, 12. November 2012

Erdbeertals Twisterspiel – November 2012


Wir wollten uns kennenlernen. Sie hatte vor einigen Tagen von ihrer Fantasie mit diesem Spiel geschrieben. Ein Kommentar folgte dem nächsten, mit E-Mail’s haben wir uns darüber verständigt was wir vorhaben. Es ging nur noch darum ob wir die virtuelle Sympathie auch in der Realität empfinden. So haben wir uns verabredet, einfach so, was essen, trinken, reden, vielleicht ein bisschen flirten.

Also mache ich mich auf in die Stadt. Es regnet, nein es schüttet wie aus Kübeln. Wenig Zeit zum Nachdenken die Fahrt über die Autobahn ist anstrengend, erfordert die ganze Konzentration – schön, wenigstens kann so keine Nervosität aufkommen.


Endlich, das Navi führt mich in die Nähe unseres Treffpunktes in der Fußgängerzone. Ein Restaurant einer Kette die sich auf italienische Küche spezialisiert. Leider versagt ausgerechnet heute die Führung meines Smartphones durch die Fußgängerzone und anscheinend haben Menschen einen großen Spaß mich in die falsche Richtung zu schicken. So irre ich eine halbe Stunde durch die Fußgängerzone und bin natürlich 10 Minuten (ich hoffe es waren nur 10) zu spät. Als ich dann endlich auf das Restaurant zugehe sehe ich sie stehen, sie mich kommen. Obwohl wir vorher keine Bilder oder Beschreibungen ausgetauscht haben erkennen wir uns. Schon ein guter Anfang denke ich. Ich habe noch ein wenig Zeit sie zu betrachten. Schwarze kniehohe Stiefel, flach, kann ich unter dem sehr langen schwarzen Mantel erkennen. Sie ist etwas kleiner wie ich, ihr Haar trägt sie offen, etwas mehr als schulterlang.

Wir suchen uns einen Platz, was nicht ganz einfach ist, voll und laut. Als sie den Mantel auszieht sehe ich, dass sie ein schwarzes Kleid trägt, darüber noch eine Art Jacke oder Cape. Wir unterhalten uns, ein bisschen über unser Vorhaben, ein bisschen über unsere Leben. Ich esse, sie ist satt. Beschließen uns eine ruhigere Lokalität zu suchen. Bei unserem Weg durch die Fußgängerzone setzen wir unsere Unterhaltung fort, gehen nebeneinander, wir erreichen unser Ziel, suchen uns einen ruhigen Platz. Dieses Mal kann ich das Kleid ganz bewundern. Es hat ein „züchtiges“ Dekolleté, breite Träger, die Arme sind frei. Ich glaube, dass ich noch ein Kompliment gemacht habe, dann setzen wir uns gegenüber. Je mehr wir voneinander erzählen, desto mehr wächst die Zuneigung, die Vertrautheit. Kurz nach 22 Uhr ist es Zeit das Auto aus dem Parkhaus zu fahren. Es schließt, für mich unfassbar um diese Zeit, ein Parkhaus, im Zentrum einer Großstadt. Gemeinsam finden wir schnell einen neuen Parkplatz und suchen uns die dritte Bleibe für den Abend.

Auf dem Weg dahin kommen wir uns wieder näher. Die Vertrautheit unserer Gespräche macht es so richtig, dass ich meinen Arm um sie lege. Gemeinsam gehen wir durch die nächtliche Fußgängerzone, suchen uns eine neue Kneipe. Vor der Tür küssen wir uns, nicht zart und vorsichtig, sondern fordernd, leidenschaftlich. Sie küsst, spielt mit ihren Lippen, der Zunge, beißt. Ich kann mich nicht erinnern, je leidenschaftlichere Küsse erlebt zu haben als in dieser Nacht.

Leider ist der diskrete Platz schon von einem anderen Paar belegt. Deshalb wählen wir einen anderen Tisch der, wie alle Freien von der ganzen Ebene gut einsehbar ist. Dieses Mal sitzen wir Seite an Seite, dieses Mal finden sich unsere Hände, dieses Mal finden sich unsere Körper. Es ist uns vollkommen gleichgültig was die Menschen um uns denken. Ich fühle mich so verdammt gut, es ist so vollkommen richtig was wir miteinander und voneinander spüren. Sie gibt mir den ersten Einblick in ihr Kleid, ich streichle ihren Körper, fordere sie, fasse sie so an wie es gut für uns ist. Leidenschaft überkommt uns. Immer und immer wieder finden sich unsere Lippen. Als sie mich beißt, fällt die letzte Hemmung. Ich fasse ihre Brüste, suche ihre Nippel. Beobachte, spüre ihre Reaktion auf meine zarte Berührung, fasse kräftiger zu. Es ist der Moment an dem ich ihr das erste Mal am liebsten das Kleid ausgezogen hätte. Immer wieder lösen wir uns voneinander, erzählen, reden. Wir sind wie in einem Strudel. Immer öfter, immer heftiger knutschen wir, meine Hand wird forschender, fordender. Alles was ich ertaste fühlt sich gut an, ich spüre wie sie auf mich reagiert, auf festes Zupacken, auf zartes Reizen der Haut. Meine Hände gleiten die Schenkel hinauf unters Kleid…

Mir fällt auf, dass in unserer Nähe ein Tisch mit vier Menschen belegt ist, waren die vorhin schon da? Egal, diese Frau hat mich längst zum Tier, zur Bestie gemacht. Ich genieße die Lust mit ihr. Als ich ihre Haare zum ersten Mal zusammenfasse, gibt sie ihren Hals preis. Fast fühle ich mich an diese Vampirfilmchen erinnert, nur dass bei uns echte Lust im Spiel ist.
Dann steht der Kellner da, mittlerweile ist es 1:30 Uhr, der Laden schließt.

Wieder suchen wir uns eine neue Bleibe. Eine Cocktailbar mit angeschlossenem Club ist unsere nächste Station. Ein Tisch ist noch frei. Wieder Präsentierteller, jeder der aus der Bar in den Club geht (und das sind Viele) läuft direkt auf uns zu und biegt unmittelbar vor unserem Tisch in den Club ab. Es gibt keinen anderen Weg.
Das ist uns mittlerweile so egal. Wir setzen unser Spiel von vorher fort. Ich spüre ihre Fingernägel unter meinem Hemd, fasse ihre Handgelenke, ihren Kopf. Die Griffe an ihre Brüste werden fordender, ich spüre ihre Reaktion, höre ihr leises Stöhnen. Ich spüre ihre Hand in meinem Schritt. Unsere Körper sind schon fast verschmolzen und das hier in der Bar…

Irgendwann wird es Zeit, ich begleite sie zum Bahnhof. Oh ihr Götter! Der Zug hat Verspätung und ihr habt es sogar geschafft das anzukündigen.

„Darf ich Dich nach Hause fahren?“

Wenige Minuten später fahren wir durch die dunkle Stadt. Ich spüre ihre Hand in meinem Schritt. An jeder Ampel suchen und finden sich unsere Lippen. Wir fahren aus dem bebauten Gebiet heraus.

„Wenn Du da vorne gradeaus fährst, können wir noch…“

Ich bin gradeaus gefahren!

Wir haben es genossen…

Die Nacht endete um 6 Uhr, als ich nur notdürftig angezogen meiner Nachbarin begegnete. Sie ging in die Bäckerei zum Arbeiten und ich fiel in mein Bett.

Glücklich, erschöpft und befriedigt.

Kommentare:

  1. Jetzt habe ich den Text schon zum dritten Mal gelesen... und jedes Mal kommen die Bilder wieder Hoch und ich spüre Deine Küsse...
    ...ich kann Momentan gar nicht anders als einfach nur zu lächeln...

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  2. WOW! Was für eine heisse Geschichte! Das ist dann wohl die perfekte Variante eines ersten Treffens im real life nach einem prickelnden virtuellen Austausch! :-)

    Dass Ihr keine Fotos und Beschreibungen ausgetauscht habt, finde ich bemerkenswert! Cool!

    Schön, dass Ihr dieses Erlebnis mit uns teilt und Madame Erdbeertal wünsche ich, dass das Lächeln noch sehr lange anhält! Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dieses Lächeln! Ich habe das kürzlich auch erlebt und es ist ein wunderbares Gefühl, wenn der Gedanke an eine besondere Begegnung einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert... :-)

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    1. Es war ein perfekter Abend. Wir konnten uns einfach so begegnen und erleben. Hatten nichts geplant und sind reich beschenkt worden.
      Lächeln - damit schlafe ich ein und damit wache ich auf.

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    2. Liebe Rosalie,
      da das Ziel unseres Treffens eigentlich nur ein unverbindliches Kennenlernen war, habe ich überhaupt nicht drüber nachgedacht Bilder aus zu tauschen. Mir fällt das erst jetzt auf wo du es sagst...
      aber es war von vornherein vollkommen selbstverständlich... und ich bin von meiner Seite aus auch mit gar keinen Erwartungen an das Treffen gegangen... und so war ich auch von Anfang an völlig Entspannt...
      Und ja mein Lächeln ist immer noch da... und irgendwie schwebe ich gerade durch meinen Alltag...

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  3. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Begegnungen, die einen so nachhaltig (..."lächel"...) verzaubern, genau dann passieren, wenn man nichts erwartet! Das ist vielleicht der Schlüssel! :-)

    Es war mir bis vorhin gar nicht bewusst, worum es bei diesem Twisterspiel überhaupt geht! Hab gegoogelt... und jetzt ist mir einiges klar geworden! :-)

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